Geschichte

Die Geschichte des Ulmer Saumarktes

Ulmer Saumarkt - der Handel um die Sau
Dr Baur und dr Metzger beim Handel um dui Sau

Die Bezeichnungen und Schreibweise für den Saumarkt wechselten bei den Ratschreibern hin und her, wie Ratsprotokolle von 1539 bis 1585 beweisen. Jeder, der damals des Schreibens mächtig war, schrieb wie ihm das Mail gewachsen war – von Rechtschreibreform keine Spur.

Aber nicht nur die Bezeichnungen für den Saumarkt wechselten, auf der Standort wurden vermutlich wegen des strengen Geruchs des Öfteren verlegt.

Im Jahr 1539 wird vom Rat der Stadt Ulm beschlossen: „Der Sawmarckt soll hienfurd uff dem Judenplatz freytags und samstags gehalten werden.“ – so der Originaleintrag im Ratsbuch.

Keine 50 Jahre später, am 12.November 1585, wurde der Saumarkt auf Drängen der Bürger auf einen Platz vor dem Herdbruckertor außerhalb der Stadt verlegt.

Anfang des 18. Jahrhunderts (das genaue Datum ist nicht bekannt) wurden die Schweine dann auf den Platz zwischen Fischergasse und Wilhelmshöhe, dem heutigen Saumarkt, getrieben.

Von 1808 an wurde der Platz nach dem Markt benannt – offiziell Schweinmarkt, im Volksmund aber Saumarkt. In der Blütezeit des Marktes reichte der Platz kaum aus, um allen Bauern mit Ihren Ferkeln genug Platz zu bieten.

In den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts dümpelte der Saumarkt so vor sich hin, bis er mangels Masse eingestellt wurde.

1976 wurde dann von der Fleischerinnung Ulm und dem Bäcker- und Fleischersingchor der Saumarkt neu entdeckt.

Zusammen mit den Brauern wollten sie an die Geschichte des Saumarkts erinnern und erwecken den Platz seit dieser Zeit einmal im Jahr zu neuem Leben. Nein, nicht wie damals im 18. Jahrhundert mit Schweinen. Es wurde ein großes Fest mit Umzug arrangiert, das zwei Tage dauerte und in den vergangenen Jahren bildete der Saumarkt den eigentlichen Auftakt zur Sommerfestsaison in Ulm.

Aktuelles

Ein herzliches Willkommen allen Gästen aus nah und fern zum 41. Zunftschmaus vom 17.06. - 18.06.2017 auf dem Ulmer Saumarkt!